Übelacker David Multifaktorielle Überwachungsregeln in industriellen Mehrstufenprozessen „MultiiMePro“

Multifaktorielle Überwachungsregeln in industriellen Mehrstufenprozessen „MultiiMePro“ (HA-Projekt-Nr.: 485/15-27)

 

Motivation

Fertigungsprozesse in der umformtechnischen Praxis zeichnen sich durch eine zunehmende Komplexität und einen gleichzeitig steigenden Kostendruck aus. Die Prozesse sind gekennzeichnet durch mehrere Umformstufen und Bearbeitungsschritte. Charakteristisch für derart verkettete Prozesse sind hohe Investitionskosten und eine hohe Produktivität. Die Vermeidung von Fehlern besitzt dabei aufgrund hoher kundenseitiger Qualitätsanforderungen und hoher Strafzahlungen eine entscheidende Rolle. Eine Kenntnis der genauen Fehlerentstehungs- und Fortpflanzungsmechanismen ist daher unumgänglich, um kostenintensive Ausfälle zu vermeiden. Diese negativen Effekte lassen sich durch eine robuste Prozessüberwachung beseitigen.

Zielsetzung

Die Zielsetzung dieses Projektes ist es daher, eine sichere Prozessüberwachung zu realisieren, die auf vielseitigen und einfachen Überwachungsalgorithmen basiert und in der Praxis erprobt werden kann.

Lösungsweg

Basierend auf der Überwachungstechnologie der ConSenses GmbH sollen in diesem Projekt in Zusammenarbeit mit der Werner Schmid GmbH und der VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG sowie dem PtU drei Regeltypen zur Prozessüberwachung systematisch untersucht und getestet werden. Durch die Kombination der unterschiedlichen Regeltypen kann so eine universelle Prozessüberwachung realisiert werden:

1. Typ: Einfache Regeln

Kraftsignale von einer Messstelle am Werkzeug können mit einer oder mehreren Regeln überwacht werden. Dabei werden aktuelle Kraftwerte mit bekannten Kraftwerten von Gutteilen und mit mehreren Regelsätzen verglichen und analysiert. Sofern erforderlich, erfolgt eine Warnung oder ein Abschalten der Maschine.

2. Typ: Mehrwertregeln

Durch mehrere Messstellen innerhalb derselben Werkzeugstufe sollen zusätzliche Informationen generiert werden. Mehrere Messwerte werden dabei abgeglichen oder miteinander verrechnet. Als Folge kann ebenfalls eine Warnung oder ein Abschalten der Maschine erfolgen.

3. Typ: Folgeregeln

Durch mehrere Messstellen innerhalb verschiedener Werkzeugstufen können weitere Informationen über den Prozessstatus ermittelt werden. Hier liegt der Fokus auf der Erkennung von Verschleiß oder Ausheilprozessen in Folgestufen. Dies ermöglicht eine umfassendere Beurteilung der Fehlerentstehungs- und Fortpflanzungsmechanismen.

Danksagung

Das Forschungsprojekt wird über die Hessen Agentur GmbH durch das Land Hessen gefördert.