Schülertag am PtU

09.11.2015

Schülertag am PtU

Das Goethe-Gymnasium Frankfurt zu Besuch an der TU Darmstadt

Am 29. September lud das Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen zwei Physik-Leistungskurse des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt zu einem Schülertag auf dem Campus Lichtwiese ein.

Die rund 30 Schülerinnen und Schüler erkundeten in Kleingruppen die institutseigenen Versuchshallen und erlebten an verschiedenen Stationen hautnah die Tätigkeiten einer Ingenieurin bzw. eines Ingenieurs im universitären Umfeld. Darüber hinaus bat die erstmalige Durchführung des neuen Maschinenbau-Brückenkurses einen Einblick, wie Schulwissen in Mathematik und Naturwissenschaften hin zur Technik und dessen Anwendung im Studium verknüpft werden kann.

Bilderauswahl

Stationen im Versuchsfeld

„Consenses – Messschrauben“
Das Motto Messtechnik muss nicht mehr kompliziert sein, wenn sie zu Ende gedacht ist“ sollte am Stand der Consenses GmbH unter Beweis gestellt werden. Hier wurde den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe der Kraftmessschraube PiezoBolt PB16 der Zusammenhang zwischen Anziehdrehmoment und Montagevorspannkraft einer Schraubverbindung aufgezeigt. Durch Aufzeigen verschiedener Montagebedingungen (Änderung der Reibungszahlen) wurde außerdem das Thema Unsicherheiten und Streuung mit Praxisbezug verdeutlicht.

„Laserbearbeitungszentrum“
Am institutseigenen Laserbearbeitungszentrum bekamen die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck davon, wie vielseitig das „Werkzeug Laser“ mit entsprechender Schneid- oder Schweißoptik eingesetzt werden kann. Neben einigen Demonstratorbauteilen konnte hier live ein Schweißprozess zur Herstellung von Halbzeugen für ein aktuelles Forschungsvorhaben, das sich mit dem Umformen verzweigter Blechstrukturen befasst, begutachtet werden.

„Tiefziehen funktional bedruckter Bleche am Beispiel von gedruckten Dehnungsmessstreifen (DMS)“
Anhand eines interaktiven Demonstrators wurde den Schülerinnen und Schülern die Integration von elektrischen Elementen in Umformbauteile erläutert. Die zur Herstellung des Demonstrators verwendete Prozesskette wurde vorgestellt, welche das wirkmedienbasierte Tiefziehen von vorab mit Dehnungsmessstreifen bedruckten Blechronden vorsieht.

„Biegehantel“
Die Verschmelzung von mechanischen, umformtechnisch-erzeugten Strukturen mit Sensorik konnte von den Schülerinnen und Schüler anhand einer „fühlenden Biegehantel“ erprobt werden. Diese ermöglicht es, beim Krafttraining auftretenden Beanspruchungen durch den innenliegenden Sensor direkt an der Struktur zu erfassen.

„Mikrostrukturieren“
Beim Einglätten und gleichzeitigen Mikrostrukturieren einer gefrästen Probe aus Grauguss durch das Verfahren des maschinellen Oberflächenhämmerns wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, welche Arbeitsschritte nötig sind, um Werkzeuge zur Produktion von Blechbauteilen herzustellen. Besonders hervorgehoben ist die Ersparnis der manuellen Nacharbeit in der Prozesskette des Werkzeug- und Formenbaus in der Automobilindustrie. Die Schülerinnen und Schüler begutachteten die Rauheit des Werkstücks und staunten über die maschinell eingeglättete Werkstückoberfläche.

„3D-Servo-Presse“
Am Stand der 3D-Servo-Presse wurde die Mehrtechnologiemaschine den Schülerinnen und Schülern näher gebracht. Dabei konnte der derzeit am PtU implementierte Stanz-Biege-Prozess betrachtet werden, bei dem zwei Werkzeuge mechanisch vollständig voneinander entkoppelt in der 3D-Servo-Presse genutzt werden und sensorisch über eine lernende Regelung miteinander verknüpft sind.

Als produktionstechnisches Institut, das gleichermaßen industrielle und universitäre Eindrücke vermitteln kann, war und ist es unser Ziel, Schülerinnen und Schülern einerseits einen Einblick in das Berufs- und Tätigkeitsfeld von Ingenieurinnen und Ingenieuren zu ermöglichen und Gelegenheit zu bieten, Informationen über die für diesen Beruf benötigten Kompetenzen zu sammeln. Andererseits soll Studieninteressierten ein Eindruck vermittelt werden, wie das Studium an einer technischen Universität funktioniert und wie schulische Angebote zur Qualifizierung für ein ingenieurwissenschaftliches Studium genutzt werden können.

Bilder: Sibylle Scheibner, PTW

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