Bewilligung des LOEWE-Schwerpunktprogramms ALLEGRO und LOEWE-Förderlinie 3 WarmAp

17.07.2017

Bewilligung des LOEWE-Schwerpunktprogramms ALLEGRO und LOEWE-Förderlinie 3 WarmAp

Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein verkündet Anfang Juli die Bewilligung des LOEWE-Schwerpunktprogramms Hochleistungskomponenten aus Aluminiumlegierungen durch ressourcen-optimierte Prozesstechnologien – kurz ALLEGRO – zum 01.01.2018.

Im Zuge dessen wurde ebenfalls ein Projekt der Förderlinie 3 bewilligt, welches mittels drei dualer Promotionen eine industrienahe Erprobung und Implementierung der Ergebnisse aus ALLEGRO sicherstellen soll.

Unter Koordination des Fachgebiets für Trennende und Fügende Fertigungsverfahren (Prof. Dr.-Ing Stefan Böhm) der Uni Kassel wurde Anfang Juli durch Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein der vorläufige Startschuss für ein Projekt gegeben, das die Einsatzmöglichkeiten von Aluminium als Leichtbauwerkstoff erweitern soll. Im Vergleich zu Stahlbauteilen sind Bauteile aus Aluminiumlegierungen bei gleichem Volumen bis zu drei Mal leichter. Aufgrund der geringeren Belastbarkeit des Materials kann dieser Vorteil jedoch insbesondere bei strukturkritischen Bauteilen nicht in vollem Umfang ausgespielt werden. Der Schlüssel zur Nutzung des Leichtbaupotentials von Aluminium liegt jedoch in der Steigerung der geometrischen und mikrostrukturellen Komplexität von Produkten, was zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich ist. Die Zielsetzung des LOEWE-Schwerpunkts ALLEGRO beinhaltet die Gestaltung neuer Technologien für effiziente Prozesse der Formgebung und Wärmebehandlung von Aluminiumknetlegierungen auf Basis übertragbarer, quantitativer Beschreibungen relevanter Wirkzusammenhänge sowie schnelle Technologieentwicklung durch Zusammenführung von Technologiebausteinen. Neben zwei weiteren Instituten der Uni Kassel und dem Darmstädter Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF sind von Seiten der TU Darmstadt das Institut für Werkstoffkunde (Prof. Dr.-Ing. Matthias Oechsner) und das Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) beteiligt. Das Land Hessen fördert ALLEGRO über vier Jahre mit 4.680.656 €. Start ist der 01.01.2018.

Seitens des PtU soll im Rahmen des Projektes das ressourceneffiziente Warm-Walzprofilieren von Aluminiumlegierungen untersucht werden. Dabei steht auch hier die Steigerung der mikrostrukturellen Komplexität hinsichtlich belastungsoptimierter Eigenschaftsgradienten im Fokus.

Inhaltlich eng mit ALLEGRO verbunden ist das Hessenagentur-Projekt WarmAp im Rahmen der LOEWE-Förderlinie 3, welches ebenfalls Anfang Juli bewilligt wurde. Ziel von WarmAp ist es, mittelfristig die in ALLEGRO entwickelten Technologiebausteine in einem industrienahen Umfeld zu implementieren und zu erproben. Die multidisziplinäre Kooperation soll wesentlich von der Förderung und modellhaften Erprobung von drei dualen Promotionen profitieren. Promovierende in dieser Kooperationsform erhalten jeweils eine halbe Stelle in den beteiligten Unternehmen und eine weitere halbe Stelle an der TU Darmstadt. Durch die direkte Kooperation zwischen Industrie und produktionswissenschaftlicher Forschung können wesentliche Synergien erwartet bzw. verstärkt werden. Die beteiligten Unternehmen sind Filzek Tribotech (Mühltal), Werner Schmid GmbH (Fulda) und Hörmann Automotive Gustavsburg GmbH (Ginsheim-Gustavsburg).

Weitere Informationen zu den Vorhaben finden Sie (in Kürze) unter:

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